Termine

Einführung in die materialistische Staatskritik

Vortrag & Diskussion mit Moritz Zeiler
[Donnerstag, 27. April, 19:00 im SUB, Bohlweg 55, 38100 Braunschweig]
Facebook-Veranstaltung

Der Staat weckt unterschiedlichste Erwartungen: Er soll für soziale Gerechtigkeit, sichere Renten und ein gutes Gesundheitssystem sorgen, gegen Nazis vorgehen und die Finanzmärkte bändigen. Zugleich bekommen die Menschen aber auch täglich seine Gewalt zu spüren, sei es bei Demonstrationen, in der Schule oder auf Ämtern und Behörden.
Nicht zuletzt anlässlich der Kämpfe zum 1. Mai und der Mobilisierung zu den G20-Protesten wird dabei deutlich: Innerhalb der Linken gehen die Interpretationen über den Staat weit auseinander. Für die einen ist er Garant des Allgemeinwohls, anderen gilt er als das Instrument der kapitalistischen Klassenherrschaft und wieder andere sehen in ihm das Terrain sozialer Kämpfe.

Mit der Veranstaltung wird eine Einführung in die verschiedenen Ansätze materialistischer Staatstheorie skizziert. Dabei werden die zentralen Thesen marxistischer Theorie zum Begriff des Staates präsentiert: die instrumentelle Staatstheorie bei Lenin (Staat als Instrument der herrschenden Klasse), hegemonietheoretische Analysen des Staates bei Gramsci, Althusser und Poulantzas (Staat als materielle Verdichtung von Kräfteverhältnissen) sowie die Überlegungen von Paschukanis über das Verhältnis von Warenform, Rechtsform und Staatsform und die daran anknüpfende Staatsableitungsdebatte. Schließlich soll es einen kleinen Ausblick geben über aktuelle Herausforderungen einer emanzipatorischen Kritik der kapitalistischen Verhältnisse und ihrer staatlichen Vermittlung.

Moritz Zeiler hat Geschichte und Politikwissenschaft studiert. Er ist Mitherausgeber von „Staatsfragen. Einführungen in die materialistische Staatskritik (Berlin 2009)“. Demnächst erscheint in der Reihe theorie.org „Materialistische Staatskritik. Eine Einführung (Stuttgart 2017)“.

Eine Veranstaltung von In/Progress in Kooperation mit der DGB Jugend Braunschweig

Zur (Un-)Möglichkeit von Freiräumen

[Donnerstag, 20. April, 19:00 im Unabhängigen Kulturzentrum NEXUS, Frankfurter Straße 253b, 38122 Braunschweig]

Zum Zusammenhang von Geschlecht und Arbeit im Kapitalismus

Vortrag und Diskussion von und mit Franziska Haug
[Donnerstag, 06. April 18:30 im Nexus – Frankfurter Strasse 253b, 38122 Braunschweig]
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Es sind komische Zeiten in denen wir leben. Bei Diskussionen mit Freund_innen oder Kolleg_innen kommt es leider nicht selten vor, dass wir uns zwischen Positionen wie „Diskriminierung von Frauen? Gibt`s doch gar nicht mehr“ und andererseits einem antifeministischen Rechtsruck von PEGIDA, AfD und Teilen der bürgerlichen Mitte wiederfinden, die Frauen* am liebsten wieder als Gebärmaschine hinter dem Herd sehen würden. Um es kurz zu sagen: Beides halten wir für Bullshit!

Wir haben mit dieser Veranstaltung vor, ein wenig Licht ins Dunkel zu werfen und uns genauer mit dem Verhältnis von Geschlecht und Kapital bzw. von Patriachart und Kapitalismus zu beschäftigen. Insbesondere die umstrittene Frage, was von beiden denn nun zuerst abgeschafft gehört oder wichtiger zu bekämpfen ist, soll Schwerpunkt dieser Veranstaltung sein.

Dabei möchten wir uns den Bereich der sogenannten (Re)Produktion genauer anschauen und zusammen diskutieren. Franziska Haug wird einen Inputvortrag halten

Der Vortrag richtet sich an Einsteiger_innen und Interessierte an der Thematik.

Kritik des Familismus

Theorie und soziale Realität eines ideologischen Gemäldes
Vortrag von und mit Gisela Notz

[Donnerstag, 23. März 18:30 im Nexus – Frankfurter Strasse 253, 38122 Braunschweig]
Facebook-Veranstaltung

„Familismus“ ist nicht nur ein soziologischer Begriff, sondern vor allem eine Ideologie, die die bürgerliche Kleinfamilie als „naturgegebene“ Leitform des Zusammenlebens bezeichnet. Im Familismus nimmt die Familie, das heißt, die heterosexuelle, monogame Vater-Mutter-Kind-Familie eine die Existenz des Einzelnen (scheinbar) sichernde sowie den gesamtgesellschaftlichen Zusammenhang stützende Instanz ein. Sie unterstützt den Rückzug der Individuen ins „Private“ und schließt alle Menschen aus, die nicht zu einer Familie gehören.

Anhand eines Blicks in die Geschichte wird deutlich, dass die „Idealfamilie“ keinesfalls zu allen Zeiten die bürgerliche Kleinfamilie, wie wir sie heute kennen, war. Bis zur zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts war es das mystifizierte „ganze Haus“, das ebenfalls von anderen Formen unterwandert war. Die Ideologie des Familismus bestand nach dessen Verfall weiter. Sie wurde in das 1949 verabschiedete Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland eingeschrieben und 1965 im Familiengesetzbuch für die DDR verankert.

In dieser Ideologie wird „die Familie“ als Keimzelle der Gesellschaft imaginiert und nimmt damit auch eine tragende Rolle im Nationalstaat ein. Ihren Höhepunkt erreichte sie mit der Mütter- und Familienideologie im Nazi-Faschismus. Im Vortrag wird ein Schwerpunkt auf neue Rechte Gruppierungen gelegt, die das klassische Familienbild mit der traditionellen Rollenverteilung entlang der Geschlechterlinien propagieren und davon abweichende Lebensentwürfe diskriminieren.

Im Anschluss bleibt Raum für Rückfragen und Diskussion.

Gisela Notz ist Sozialwissenschaftlerin und Historikerin. Ihre Arbeitsschwerpunkte bilden Arbeitsmarkt , Familien- und Sozialpolitik, Alternative Ökonomie sowie historische Frauenforschung. Sie lebt und arbeitet freiberuflich in Berlin. 2015 ist ihr Buch „Kritik des Familismus – Theorie und soziale Realität eines ideologischen Gemäldes“ in der theorie.org-Reihe erschienen.

Eine Veranstaltung der Antifaschistischen Gruppe Braunschweig (agb) in Zusammenarbeit mit dem Antifa-Referat des AStA der TU Braunschweig.

Der Widerstand gegen den G20-Gipfel

Eine Einführungs- und Diskussionsveranstaltung im Rahmen des Jugendbündnis zum 1. Mai in Braunschweig
gg20

[Freitag, 3. März 18:00 Neue Schule, Gewerkschaftshaus Braunschweig, Wilhelmstraße 5]

Am 7. und 8. Juli treffen sich unter der Schirmherrschaft Deutschlands die G20-Staaten und damit die Vertreter*innen der größten Industrienationen und Schwellenländer dieser Welt in
Hamburg. Seit der Entstehung ist Deutschland zum ersten Mal Gastgeber dieses Gipfeltreffens und so soll der Gipfel nach Entscheidung der Bundesregierung nirgendwo anders als auf dem Hamburger Messegelände stattfinden – in unmittelbarer Nähe zu dem alternativ geprägten Karolinen- und Schanzenviertel Hamburgs. Gegen diesen Gipfel formiert sich nicht nur der Protest der Anwohner*innen, welche vor und während des Gipfels eine massive Militarisierung ihres Stadtteils zu erwarten haben. Weit über die Landesgrenzen Deutschlands hinaus organisieren sich Aktivist*innen aus verschiedenen Spektren, um im Juli vor und während des Gipfel einen vielseitigen und bunten Protest auf die Straße zu tragen und ein Signal der internationalen Solidarität gegen die sich als Alternativlosigkeit verkaufende Normalität einer kapitalistischen Gesellschaftsordnung und deren Politik zu setzten.

In der Veranstaltung wird es einen kurzen Einführungsinput über die Hintergründe des G20-Gipfels geben und versucht werden, den Gipfel politisch einzuordnen. Gemeinsam wollen wir darüber diskutieren wie eine emanzipatorische Kritik an dem Gipfel aussehen kann, welche sich deutlich von einer rechten Globalisierungs- und damit verkürzten Kapitalismuskritik abgrenzt. Darüber hinaus wird es Informationen zu den aktuellen Planungen der Gegenproteste geben und es soll über Möglichkeiten einer gemeinsamen Mobilisierung nach Hamburg gesprochen werden, um unseren Kampf für ein solidarische Gesellschaft über den 1. Mai in Braunschweig hinaus zu tragen.

Veranstalter*innen:
Jugendbündnis zum 1. Mai
DGB Jugend Braunschweig

Ausladungsklausel:
Die Veranstalter*innen behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die rechten Parteien oder Organisationen angehören, der rechten Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen oder Taten in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschließen.